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Niedersächsischer Verdienstorden für den Künstler Volker-Johannes Trieb

Eine der höchsten Auszeichnungen, die das Land Niedersachsen zu vergeben hat, wurde jetzt dem in Osnabrück lebenden Künstler Volker-Johannes Trieb zuteil: Am Montag, 15. Januar, erhielt der gebürtige Wormser aus den Händen von Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter im Friedenssaal des historischen Rathauses den Niedersächsischen Verdienstorden am Bande.

„Ihr Werk ist sicherlich nicht unumstritten. Aber was wäre das für einen Künstler auch für ein Kompliment – unumstritten zu sein? Es wäre wohl das Gegenteil eines Kompliments! Denn an Kunst können und dürfen sich die Geister scheiden. Ich habe es auch in meiner Rede zum Handgiftentag heute vor einer Woche an dieser Stelle gesagt: Kunst wird nicht relevant, wenn sie gefällig ist. Sie wird vielmehr relevant, wenn sie für Diskussionen sorgt“, so Pötter.

Ein Thema, das ihm ganz besonders wichtig sei, sei das Thema Krieg und Frieden, so die Oberbürgermeisterin. „So war es bei den Pitchforks, so war es 2014, als Sie 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs überall im Stadtgebiet Holzquader mit eindringlichen Remarque-Zitaten aufstellten, wobei das verwendete Holz aus einem ehemaligen Frontabschnitt in Frankreich stammte und teilweise sogar noch die Spuren des Krieges aufwies. Die damit verbundene Botschaft lautete ‚Not then! Not now! Not ever!‘. Und wer hätte ahnen können, dass diese Worte nur wenige Jahre später, nämlich heute, im Jahr 2024, wieder von so bedrückender Aktualität sein würden. Sie, Herr Trieb, gehörten zu den ersten, die im Februar 2022 aus der Schockstarre erwachten und aktiv wurden: Kurz nach der völkerrechtswidrigen russischen Invasion in die Ukraine intervenierten sie künstlerisch am sowjetischen Ehrenmal in Berlin“.

Friedhelm Scheel, auf dessen Vorschlag der Orden an Volker-Johannes Trieb verliehen wurde, führte in seiner Laudatio aus, dass das Thema Frieden sich wie ein roter Faden durch Triebs gesamtes künstlerisches Leben ziehen würde. „Sie sind ein furchtloser Mensch, der vor spektakulären Aktionen nicht zurückschreckt. Ich habe Sie für diese Auszeichnung vorgeschlagen, weil ich mich als Ihr Bruder im Geiste fühle. Sie und ich, jeder auf seine Art und Weise, legen Finger in die Wunden unsere Gesellschaft“.

„Mist!“. So begann Volker-Johannes Trieb seine Dankesrede und bezeichnete die Auszeichnung, aber auch sein künstlerisches Leben als „märchenhaft“. „Märchen haben aber die Eigenschaft, in der Regel ein happy End zu haben, im wirklichen Leben ist es leider nicht immer so.“ Er schloss seine Dankesrede mit dem Märchen von der Forke.

Volker-Johannes Trieb wurde 1966 in Worms geboren. 1983 absolvierte er in Osnabrück eine Lehre zum Keramiker. Seitdem lebt und arbeitet er in der Osnabrücker Region. 1987 bezog Trieb am alten Sutthauser Bahnhof sein erstes eigenes Atelier.

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